BRETAGNE · FINISTÈRE

Molène

Ein 75 Hektar großer Fels mitten im Iroise-Meer, ohne Autos und ohne Uhren

Tourismusbüro Iroise Bretagne — offizielle Seite der Insel Molène
Reise planen: Überfahrten, Parkplätze in Le Conquet, Unterkünfte

⚠️ Einreisebestimmungen und lokale Regeln ändern sich ohne Vorankündigung. Prüfen Sie vor der Buchung die Einreisebedingungen und lokalen Vorschriften (Visa, Zugang, Naturschutzgebiete, Besucherquoten) bei den offiziellen Stellen.

Zwischen Le Conquet und Ouessant liegt Molène, die kleinste ganzjährig bewohnte Insel der Bretagne: 75 Hektar, ein Dorf, das sich um seinen Hafen drängt, 166 Einwohner und kein einziges Auto. In einer Stunde ist man einmal herum, und doch bleibt man den ganzen Tag oder die Nacht — wegen der Kegelrobben, der Tangöfen, der Zisterne von Königin Victoria und jenes Iroise-Lichts, das sich zwischen zwei Fähren zehnmal ändert.

Das Reiseziel verstehen

Die kleinste — und eine der liebenswertesten

Molène — bretonisch Molenez, „die kahle Insel“ — erreicht am Signalturm ganze 26 Meter Höhe. Sie ist das Herz eines Archipels aus rund zwanzig Inselchen im Iroise-Meer, seit 1988 UNESCO-Biosphärenreservat und Frankreichs erster Meeresnaturpark. Drei dieser Inselchen sind nationales Naturschutzgebiet: Man darf nicht überall anlanden, und genau das macht den Reichtum des Ortes aus.

Die Insel bewahrt die Erinnerung an die Drummond Castle, den britischen Dampfer, der am 16. Juni 1896 vor der Küste mit 242 Menschen an Bord sank. Die Inselbewohner retteten die wenigen Überlebenden und bestatteten die Toten; zum Dank schenkte Königin Victoria der Insel eine 250-m³-Zisterne, gespeist von einer Sammelpflasterung vor der Kirche — Molène hat weder Quelle noch Bach. Ein kleines Museum am Hafen erzählt die Geschichte.

Das andere Erbe ist das der Tangsammler: Bis in die 1920er Jahre ernteten 130 Boote und fast 300 „Pigouilles“ Algen im Archipel, trockneten sie und verbrannten sie in Steinöfen, um Soda und Jod zu gewinnen. Die Öfen stehen noch, auf Molène und auf Ledenez Vraz, dem Nachbarinselchen, das man bei Ebbe zu Fuß über einen Kiesdamm erreicht.

Beste Reisezeit

Von Ostern bis Ende September

Die saisonalen Schnellboote, die Restaurants und die meisten Zimmer öffnen von April bis Oktober; dann ist die Insel am angenehmsten, mit langen Tagen und ruhigerer See. Juli und August bringen die Tagesausflügler — nehmen Sie das erste Boot, um die Wege für sich zu haben. Am 15. August versammelt das Fest des heiligen Ronan die ganze Insel. Außerhalb der Saison fährt Penn ar Bed ganzjährig nach Molène, aber planen Sie Spielraum ein: Bei schwerem Wetter kann die Überfahrt ausfallen.

Vor Ort

Eine Stunde Rundweg, ein Tag zum Schauen

Man landet im Hafen, fünfzig Meter vom Dorf entfernt. Keine Autos, kein Fahrradverleih — ohnehin überflüssig: Der Inselrundweg ist 3,5 km lang, flach und in ein bis eineinhalb Stunden geschafft, vorbei an Trockensteinmauern, dem Leuchtfeuer Trois-Pierres und weißen Kiesstränden. Vom Kalvarienberg Théven oder vom Signalturm überblickt man den ganzen Archipel, von Ouessant bis Le Conquet.

Die übrige Zeit vergeht mit Schauen: Kegelrobben auf den Felsriffen, Seeschwalben und Große Tümmler vom Weg aus, die Ebbe, die Ledenez freilegt. Ein Supermarkt und eine Bäckerei mit Zeitungen erlauben einen Aufenthalt in Selbstversorgung; die Hafenlokale servieren die mit Algen geräucherte Molène-Wurst und Hummerragout. Hunde sind im Naturschutzgebiet verboten, ebenso Drohnen und Wildcampen: Molène verdient man sich in Stille.

Praktische Infos

Das Wichtigste & Ihre Fragen

HauptortLe Bourg (Île-Molène)
Fläche0,75 km²
SpracheFranzösisch
WährungEuro
VisumEU-Personalausweis
AnreiseFähre Penn ar Bed ab Le Conquet (30 Min.) und Brest · Schnellboot Finist'Mer in der Saison (Le Conquet, Lanildut)

Braucht man ein Visum?

Keine Formalitäten: Molène ist eine französische Insel (Finistère). Für europäische Besucher genügt der Personalausweis.

Wie kommt man hin?

Mit der Fähre Penn ar Bed ab Le Conquet (ca. 30 Minuten) oder Brest, ganzjährig — 33,50 bis 39,80 € hin und zurück pro Erwachsenem 2026 — oder mit dem saisonalen Schnellboot Finist'Mer ab Le Conquet und Lanildut.

Was gibt es zu sehen?

Den Inselrundweg (3,5 km), das Museum der Drummond Castle, den Signalturm, die von Königin Victoria gestiftete Zisterne, die Tangöfen, Ledenez Vraz bei Ebbe und die Kegelrobben des Archipels.

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Photo : Michel wal, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons