Für den ersten Aufenthalt oder mit der Familie wählen Sie Belle-Île-en-Mer, die größte und vielseitigste der bretonischen Inseln. Ouessant ist das Ende der Welt, Leuchttürme und Stürme inklusive; das autofreie Bréhat besucht man an einem Tag zwischen Mimosen und rosa Felsen. Die sechs anderen — Groix, Glénan, Batz, Île aux Moines, Sein und Chausey — erfüllen genauere Wünsche: Lagunenstrand, Tagesausflug, absolute Stille.

Von Die Dem-Tukki-Redaktion·Veröffentlicht am ·Aktualisiert am ·8 Min. Lesezeit
Inhalt
  1. 🏝️ Belle-Île-en-Mer — Die vielseitigste
  2. 🗼 Ouessant — Das Ende der Welt
  3. 🌸 Bréhat — Die autofreie Blumeninsel
  4. 🧭 Die sechs anderen Inseln in Kürze
  5. 🗓️ Wann auf die bretonischen Inseln?
  6. ⛴️ Anreise: Überfahrten, Auto oder Fahrrad?
  7. 👨‍👩‍👧 Welche Insel passt zu Ihnen?
  8. 📊 Vergleich
  9. ❓ Häufige Fragen

Rund fünfzehn bewohnte Inseln säumen die Küsten der Bretagne, vom Ärmelkanal bis zum Golf von Morbihan, und neun davon haben ihren eigenen Guide auf Dem-Tukki. Alle ähneln sich ein wenig — Heide, Leuchttürme, Buchten, Crêperien — und doch erlebt man keine wie die andere: Auf Belle-Île verbringt man eine Woche, auf Bréhat einen Tag, und von Ouessant kehrt man mit dem Gefühl zurück, den Rand Europas berührt zu haben. So wählen Sie richtig.

🏝️ Belle-Île-en-Mer — Die vielseitigste

45 Minuten von Quiberon entfernt macht Belle-Île ihrem Namen alle Ehre: 85 km² Heide und Täler, vier Gemeinden, eine Vauban-Zitadelle in Le Palais, ein Postkartenhafen in Sauzon und eine wilde Küste, deren Felsnadeln von Port-Coton Monet inspirierten. Sie ist die größte der bretonischen Inseln und die einzige, auf der man eine Woche verbringen kann, ohne je denselben Weg zweimal zu gehen: der Strand von Donnant für Surfer, die Buchten von Port-Kérel, die Pointe des Poulains mit dem Fort von Sarah Bernhardt und ein 80 km langer Küstenpfad rund um die Insel.

Die ideale Insel für den ersten Aufenthalt: Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen in jeder Preislage, in der Saison geöffnete Restaurants, Sommerbusse, Fahrradverleih direkt am Schiff. Man kann das Auto mitnehmen, doch ein E-Bike genügt vollkommen und erspart die Warteschlangen beim Einschiffen. Adressen und Tipps in unserem Guide Belle-Île-en-Mer.

🗼 Ouessant — Das Ende der Welt

„Wer Ouessant sieht, sieht sein Blut“, sagt das Sprichwort der Seeleute. 20 km vor der Spitze des Finistère schließt die westlichste Insel der Bretagne die Iroise-See ab, ein Biosphärenreservat: fünfzehn Quadratkilometer baumlose Heide, frei laufende Schafe, achthundert Einwohner rund um den Ort Lampaul und fünf Leuchttürme, darunter der Créac’h, einer der stärksten der Welt. Man kommt wegen der Stürme ebenso wie wegen des Lichts — und fährt mit dem Gefühl heim, das Ende Europas gesehen zu haben.

Rechnen Sie mit 1 h 15 Überfahrt ab Le Conquet oder 2 h 30 ab Brest mit Penn Ar Bed, oder zwanzig Minuten Flug ab Brest. Auf der Insel sind Autos den Einwohnern vorbehalten: Man leiht sich am Anleger Stiff ein Fahrrad und umrundet die Insel an einem Tag; zwei oder drei Nächte erlauben aber das Leuchtturm-Museum, das Ökomuseum von Niou und die Klippen von Pern bei Sonnenuntergang. Unser Guide Ouessant nennt Unterkünfte und Fahrpläne.

🌸 Bréhat — Die autofreie Blumeninsel

Zehn Minuten mit dem Boot ab der Pointe de l’Arcouest bei Paimpol, und man landet in einem Garten: Mimosen ab Februar, Schmucklilien und Hortensien im Sommer, Feigenbäume und Eukalyptus das ganze Jahr, dank eines Mikroklimas, das der Golfstrom mild hält. Bréhat sind eigentlich zwei durch eine Brücke verbundene Inseln, rosa Granitfelsen, eine Kapelle auf dem Hügel (Saint-Michel), ein Leuchtturm am äußersten Ende (der Paon) — und kein einziges Auto.

Ihre geringe Größe — 3,5 km lang — macht sie zum Tagesausflug schlechthin, zu Fuß oder per Rad, mit einer Inselrundfahrt per Boot, um die Küste zu bewundern. Im Sommer sind die Besucher zahlreich: Kommen Sie früh, oder übernachten Sie auf der Insel, um sie nach dem letzten Boot für sich zu haben. Adressen und Überfahrten in unserem Guide Bréhat.

🧭 Die sechs anderen Inseln in Kürze

Die „kleinen“ bretonischen Inseln sind keine zweite Wahl: Sie richten sich an Reisende, die wissen, was sie suchen.

Groix, 45 Minuten von Lorient, ist die Insel der Thunfischfänger und Hummer, mit einer geologischen Kuriosität — dem konvexen Strand Grands Sables, der mit den Stürmen wandert — und einem bei Mineralogen berühmten Naturschutzgebiet. Drei Tage vergehen hier ohne Langeweile.

Der Glénan-Archipel vor Concarneau ist die „bretonische Karibik“: weißer Sand, türkisfarbene Lagune, eine weltbekannte Segelschule und eine endemische Narzisse, die im April blüht. Ein Tagesausflug von April bis September, per Boot ab Bénodet, Concarneau oder Loctudy.

Die Île de Batz, eine Viertelstunde von Roscoff, verbirgt einen exotischen Garten — den Jardin Georges-Delaselle —, ruhige Strände und Felder mit Frühgemüse. Perfekt für einen Tag oder eine stille Nacht.

Die Île aux Moines ist die Perle des Golfs von Morbihan: fünf Minuten Überfahrt ab Port-Blanc, geschützte Buchten, der Bois d’Amour und ein neolithischer Steinkreis. Autofrei, per Rad oder zu Fuß, ideal mit Kindern.

Die Île de Sein, eine Stunde von Audierne, ist die „Insel der freien Männer“: ein flacher Felsen von weniger als einem Quadratkilometer, ohne Autos und ohne Bäume, wo man zwischen eng stehenden Häusern, dem Leuchtturm Goulenez und der Erinnerung an die Fischer wandert, die 1940 nach London aufbrachen. Für die Stille und für Liebhaber des Endes der Welt.

Die Chausey-Inseln, normannisch, aber eine Stunde von Granville und Nachbarn der Bretagne, bilden bei Ebbe den größten Archipel Europas: rund fünfzig Inselchen bei Flut, mehrere Hundert bei Ebbe. Die Grande-Île besucht man an einem Tag, mit einer Handvoll Zimmer und Ferienhäuser für alle, die die Flut kommen sehen wollen.

🗓️ Wann auf die bretonischen Inseln?

Die bretonischen Inseln haben keine schlechte Jahreszeit, aber sehr unterschiedliche. Mai, Juni und September sind ideal: lange Tage, blühende Heide oder Erika, noch kühles, aber badetaugliches Wasser, freie Unterkünfte und Überfahrten ohne Gedränge. Juli und August bringen Strände und Festivals — dafür müssen Boote und Unterkünfte Wochen im Voraus gebucht werden, vor allem für Bréhat, Belle-Île und die Glénan.

Der Winter hat seine Liebhaber: die Stürme von Ouessant, die Mimosen von Bréhat im Februar, die Springfluten von Chausey. Achten Sie jedoch auf den eingeschränkten Fahrplan — ein oder zwei Überfahrten täglich nach Ouessant und Sein, keine Boote zu den Glénan zwischen Oktober und März — und auf geschlossene Restaurants. Die Nebensaison-Fahrpläne finden Sie auf den Verkehrsseiten jeder Insel.

⛴️ Anreise: Überfahrten, Auto oder Fahrrad?

Jede Insel hat ihren Abfahrtshafen: Quiberon für Belle-Île (Compagnie Océane, 45 min), Lorient für Groix (45 min), Le Conquet oder Brest für Ouessant (Penn Ar Bed), Audierne für Sein, die Pointe de l’Arcouest für Bréhat (Vedettes de Bréhat, 10 min), Roscoff für Batz (15 min), Bénodet oder Concarneau für die Glénan (Vedettes de l’Odet, etwa 1 h), Port-Blanc für die Île aux Moines (5 min) und Granville für Chausey (1 h). Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erreicht man die Bretagne gut mit dem Auto (ab Frankfurt rund 10 Stunden bis Quiberon) oder per Flug nach Nantes, Rennes oder Brest mit Mietwagen. Unsere Anreise-Seiten je Insel — Belle-Île, Ouessant, Bréhat — nennen Reedereien, Dauer und Buchungstipps.

Autos setzen nur nach Belle-Île und Groix über, und dort sind sie selten nötig: Beide Inseln erkundet man per Rad, Sommerbus oder mit einem vor Ort gemieteten Fahrzeug. Überall sonst lässt man das Auto auf dem Parkplatz am Festland — kalkulieren Sie die Kosten ein — und geht zu Fuß. Unsere Seiten Unterwegs auf Belle-Île und Unterwegs auf Groix vergleichen die Möglichkeiten.

👨‍👩‍👧 Welche Insel passt zu Ihnen?

Mit der Familie: Belle-Île für die Vielfalt, Île aux Moines und Batz für einen Tag ohne Autos und Gefahren. Zu zweit: Bréhat außerhalb der Saison, Sein für die Stille, Ouessant für das Licht. Wanderer: die Umrundung von Belle-Île auf dem Küstenpfad, Ouessant und Groix für die Klippen. Strände: die Glénan ohne Zögern, dann Grands Sables auf Groix und Donnant auf Belle-Île. Nur ein Tag: Bréhat, Batz, Île aux Moines, Chausey oder die Glénan. Eine Woche: Belle-Île oder das Duo Ouessant + Sein vom Finistère aus.

📊 Vergleich

KriteriumBelle-ÎleOuessantBréhat
AtmosphäreVielseitig & familienfreundlichEnde der WeltAutofreier Garten
LandschaftFelsnadeln von Port-Coton, Strände, TälerHeide, Klippen, fünf LeuchttürmeRosa Felsen, Mimosen
Überfahrt45 min ab Quiberon1 h 15 ab Le Conquet10 min ab L’Arcouest
Ideale Dauer4 bis 7 Tage2 bis 3 TageEin Tag
AutoMöglich, unnötigNur EinwohnerVerboten
Budget€€€€€ (Tagesausflug)
Ideal fürErster Aufenthalt, FamilienWanderer, SturmliebhaberAusflug, Paare

🏆 Unser Fazit

Für den ersten Aufenthalt oder mit der Familie wählen Sie Belle-Île-en-Mer: die größte, vielfältigste und einfachste Insel.

Lust auf Ende der Welt, Leuchttürme und Wind? Ouessant gleicht keiner anderen.

Für einen Tag außerhalb der Zeit sind Bréhat und seine rosa Felsen unschlagbar — und wer von einer Lagune träumt, nimmt zwischen April und September Kurs auf die Glénan.

❓ Häufige Fragen

Welche ist die schönste Insel der Bretagne?

Es gibt keine eindeutige Antwort: Belle-Île ist die vielfältigste, Ouessant die spektakulärste, Bréhat die blühendste und die Glénan haben das schönste Wasser. Die richtige Wahl hängt von Ihrer Zeit und Ihren Wünschen ab — genau darum geht es in diesem Vergleich.

Welche bretonische Insel schafft man an einem Tag?

Bréhat (10 min ab L’Arcouest), die Île de Batz (15 min ab Roscoff), die Île aux Moines (5 min ab Port-Blanc), die Glénan und Chausey sind die idealen Tagesausflüge. Belle-Île, Ouessant und Groix verdienen mindestens zwei Nächte.

Kann man das Auto auf die bretonischen Inseln mitnehmen?

Nur nach Belle-Île und Groix, mit Reservierung und zu hohen Kosten. Dort ist es selten nötig: Fahrräder, Busse und Taxis genügen. Bréhat, Sein und die Île aux Moines sind autofrei, Ouessant erlaubt Autos nur Einwohnern.

Wann ist die beste Reisezeit für die bretonischen Inseln?

Mai, Juni und September: oft schönes Wetter, weniger Besucher, einfache Überfahrten. Juli-August zum Baden, sofern Boote und Unterkünfte früh gebucht werden. Der Winter passt zu Liebhabern von Stürmen (Ouessant) und Mimosen (Bréhat), mit eingeschränktem Fahrplan.

Muss man die Überfahrt im Voraus buchen?

Ja im Juli-August und an verlängerten Wochenenden, vor allem für Bréhat, Belle-Île, die Glénan und Ouessant. In der Nebensaison genügt oft der Kauf am Schalter, doch prüfen Sie die Fahrpläne: Manche Linien fahren nur ein- oder zweimal täglich.

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