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Zwischen Schweden und Finnland liegt Åland, eine autonome, entmilitarisierte und schwedischsprachige Region Finnlands. Ihre tausenden Inseln und Schären erkundet man per Rad, im Kajak oder von Fähre zu Fähre. Mariehamn, die einzige Stadt, hält mit der Pommern die Erinnerung an die großen Segelschiffe wach. Im Inland erzählen Kastelholm und Bomarsund eine umkämpfte Geschichte.
Mariehamn, die Stadt der zwei Häfen
Mariehamn erstreckt sich zwischen zwei Häfen. Im Westhafen legen die großen Fähren aus Schweden und Finnland an; dort liegt an der Promenade Sjöpromenaden die Pommern, eine Viermastbark, die heute Museum ist. Der Osthafen ist der Yachthafen mit Restaurants und Stegen. Dazwischen laden baumgesäumte Straßen zum Bummeln ein.
Im Zentrum findet man das Wichtigste: die Touristeninformation Visit Åland in der Torggatan, das Åland-Museum mit Kunstmuseum, Cafés und einige geschätzte Restaurants. Der Flughafen liegt nur etwa 3 km entfernt. Mariehamn ist ein guter Ausgangspunkt für einen ersten Besuch, bevor es aufs Land oder in die Schären geht.
Von Fähre zu Fähre durch die Schären
Die Schärenfähren von Ålandstrafiken verbinden die Hauptinsel mit Föglö, Kökar, Sottunga, Kumlinge und Brändö. Passagiere ohne Fahrzeug fahren kostenlos; ein Autoticket gilt im ganzen Netz. Im Sommer sollte man mit dem Auto reservieren, außer auf der Föglö-Linie, die sich nicht buchen lässt.
Das Gelände ist meist flach und viele Straßen haben Radwege: Das Fahrrad ist das beste Mittel, um Åland zu entdecken. Auf den Inseln gibt es Gästehäfen, Hütten am Wasser und Kajakverleihe. Auf kleinen Inseln ist das Angebot außerhalb der Saison knapp: Transport und Mahlzeiten mit der Unterkunft absprechen.
Burg, Festung und Autonomie
Schloss Kastelholm, erstmals 1388 erwähnt, ist Ålands einzige mittelalterliche Burg. Ihre Blütezeit erlebte sie unter Gustav Vasa und seinen Söhnen, als die Inseln zum schwedischen Reich gehörten. Als lebendige Ruine restauriert, ist sie von Mai bis September geöffnet, neben dem Freilichtmuseum Jan Karlsgården und dem alten Gefängnis Vita Björn.
Nach 1809 kam Åland mit Finnland unter russische Herrschaft. Das Zarenreich baute hier die Festung Bomarsund, die 1854 im Krimkrieg zerstört wurde. Die ganzjährig zugänglichen Ruinen haben seit 2022 ein Besucherzentrum. Heute ist Åland entmilitarisiert und autonom, mit eigenem Parlament, eigener Flagge und eigenen Briefmarken.
Was tun auf Åland
Praktische Informationen
| Anreise | Fähren von Viking Line, Tallink Silja und Eckerö Linjen ab Stockholm, Grisslehamn, Turku oder Helsinki. Finnair-Flüge nach Mariehamn (MHQ) ab Helsinki, Turku und Stockholm. |
|---|---|
| Beste Reisezeit | Juni bis August für Radfahren, Kajak und häufigere Fähren. Mai und September sind ruhiger; viele Betriebe auf den Inseln schließen außerhalb der Saison. |
| Währung | Euro (EUR). Karten werden weithin akzeptiert; für die Busse auf der Hauptinsel etwas Bargeld mitnehmen. |
| Sprache | Schwedisch, die einzige Amtssprache Ålands. Englisch wird weithin verstanden; Finnisch ist wenig verbreitet. |
| Einreise | EU und Schengen-Raum: Personalausweis oder Reisepass. Åland liegt außerhalb des EU-Steuergebiets, daher eigene Zollregeln und Tax-free-Verkauf an Bord der Fähren. |
Åland entdecken
Häufig gestellte Fragen
Braucht man für Åland einen Reisepass?
Nein. Åland gehört zu Finnland, zur EU und zum Schengen-Raum: EU-Reisenden genügt ein gültiger Personalausweis oder Reisepass.
Warum legen die Fähren auf Åland an?
Åland liegt außerhalb des EU-Steuergebiets. Der Zwischenstopp erlaubt den Schiffen zwischen Schweden und Finnland den Tax-free-Verkauf an Bord.
Kann man Åland ohne Auto besuchen?
Ja. Das Land ist flach, es gibt viele Radwege und die Schärenfähren sind für Fußgänger kostenlos. Busse fahren ab Mariehamn.
Foto: Johannes Jansson, CC BY 2.5 dk, Wikimedia Commons