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Zwischen dem norwegischen Festland und dem Nordpol gehört der Svalbard-Archipel zu den nördlichsten bewohnten Orten der Erde. Der Hauptort Longyearbyen entstand 1906 rund um eine Kohlengrube. Man reist wegen der Gletscher, der Hundeschlitten, der Mitternachtssonne oder der Polarnacht hierher, mit einer festen Regel: Außerhalb des Ortes ist der Eisbär zu Hause.
Longyearbyen, eine Stadt aus Kohle
Der Amerikaner John Munro Longyear eröffnete 1906 die erste Grube und gab dem Ort seinen Namen. Der 1920 unterzeichnete Spitzbergenvertrag stellte den Archipel unter norwegische Souveränität und sicherte den Vertragsstaaten ein Recht auf wirtschaftliche Nutzung. Die Böcke und Masten der alten Kohleseilbahn erinnern noch heute an diese Zeit.
Die Grube Nr. 3, in Betrieb von 1971 bis 1996, lässt sich heute mit Führung besichtigen. Das Svalbard Museum zeigt vier Jahrhunderte Walfang, Trapperleben und Entdeckungsreisen. Weiter entfernt ist Barentsburg eine russische Bergbausiedlung, und die verlassene Sowjetstadt Pyramiden erreicht man auf organisierten Touren, im Sommer per Boot, im Winter per Schneemobil.
Eisbären und die Regeln des Sysselmesteren
Eisbären können überall auf Svalbard auftauchen, auch in der Nähe von Häusern. Wer Longyearbyen verlässt, muss Mittel zur Abschreckung dabeihaben, und der Sysselmesteren, der Gouverneur, empfiehlt zusätzlich eine Waffe. Für Besucher gilt daher: den Ort nur mit einem ausgebildeten, bewaffneten Guide eines lokalen Anbieters verlassen.
Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue Regeln: mindestens 300 m Abstand zu Eisbären, vom 1. März bis 30. Juni 500 m, touristische Anlandungen in den meisten Schutzgebieten nur an festgelegten Stellen, Zelten nur mit Genehmigung. Eine Zertifizierung für Guides ist für 2027 angekündigt. Vor der Reise sysselmesteren.no prüfen.
Polarnacht, heller Winter, Mitternachtssonne
Von Ende Oktober bis Mitte Februar geht die Sonne nicht auf: Es ist die Zeit der Nordlichter und der Ausflüge mit Stirnlampe. Von März bis Mai kehrt das Licht über dem Schnee zurück, ideal für Hundeschlitten und Schneemobil. Die Kälte ist trocken, oft um -15 °C, und der Wind verstärkt das Kälteempfinden.
Von Ende April bis Ende August geht die Sonne nicht unter. Der Sommer von Juni bis August ist die Zeit für Bootstouren zu Gletscherfronten, Vogelkolonien und Walrossen. Die Temperaturen liegen selten über 10 °C, daher zu jeder Jahreszeit warme und wasserdichte Kleidung mitnehmen.
Was tun auf Svalbard
Praktische Informationen
| Anreise | Flüge mit SAS und Norwegian ab Oslo (ca. 3 Std.) oder Tromsø (ca. 1,5 Std.) nach Longyearbyen (LYR). Keine Linienfähre. |
|---|---|
| Beste Reisezeit | März bis Mai für Schnee und Licht, Juni bis August für Mitternachtssonne und Meer, November bis Januar für die Polarnacht. |
| Währung | Norwegische Krone (NOK). Karten werden fast überall akzeptiert. |
| Sprache | Norwegisch. Im Tourismus wird verbreitet Englisch gesprochen. |
| Einreise | Außerhalb des Schengen-Raums: Personalausweis oder Reisepass, Kontrolle in Oslo oder Tromsø, auf Hin- und Rückweg. |
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Häufig gestellte Fragen
Braucht man einen Reisepass für Svalbard?
EU-Bürger reisen mit Personalausweis oder Reisepass. Da Svalbard außerhalb des Schengen-Raums liegt, wird in Oslo oder Tromsø kontrolliert.
Kann man allein außerhalb von Longyearbyen wandern?
Davon wird abgeraten: Man braucht Schutz vor Eisbären. Am sichersten ist eine Tour mit einem ausgebildeten, bewaffneten Guide eines lokalen Anbieters.
Kann man auf Svalbard ein Auto mieten?
Ja, ein Vermieter sitzt am Flughafen, doch keine Straße verbindet die Siedlungen. In Longyearbyen reichen Shuttlebus und Taxi meist aus.
Foto: Bjørn Christian Tørrissen, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons